Pressestimmen für unsere Aktion

 

Geraubte Seele - Gegen die Neusynchronisationen von Disney-Filmen

Irgendwann ist der Text einfach nicht mehr zeitgemäß, und der Ton knarzt ohrenbetäubend. Dann genügt eine Neusynchronisation des Films, um ihn auf modernsten Stand zu bringen. Doch was ist mit seinem alten Flair? Durch eine Nachbearbeitung wird nicht selten einem Filmklassiker die Seele geraubt. Schockiert waren besonders die Initiatoren von www.fabius.de.md, als sie die neue Version von Arielle, die Meerjungfrau sahen. Sie kämpfen nun seit geraumer Zeit online für den Erhalt der ursprünglichen Disneyfilm-Synchronisationen, was der Name der Seite bereits verdeutlicht: Er steht für Freunde Aller Bestehenden, Inzwischen Unzugänglichen Synchronisationen. Anhand von Auszügen kann jeder selbst nachprüfen, wie sehr Texte - nicht nur der von Arielle - nach teilweise mehrmaliger Überarbeitung zum Schlechten hin verändert wurden und gleich unter Mithilfe eine Petition unterschreiben. Die User zeigen sich im Gästebuch begeistert: Ich war richtig geschockt, als ich den Textvergleich gesehen habe. Ist ja furchtbar, ich kenne nur die alte Version ... Sehr gut, dass ihr das mal in Angriff nehmt! Hinwegsehen sollten Nutzer dabei über die zahlreichen Pop-ups, die nach jedem getanen Klick auf dem Bildschirm aufblinken.

Quelle im Internet: http://www.nordclick.de/artikel/2103802

 

Arielle 2 verärgert Fans

1989 entstand Disneys zauberhafte Arielle, die Meerjungfrau. Für die deutsche Fassung wurden damals einzigartige Synchronsprecher engagiert. Diese Fassung lieben die Fans, und sie gilt als Kult. Allerdings gab es 1998 eine äußerst schlechte Neusynchronisation, die viel vom Zauber des Originals enbüßte. Ausgerechnet diese Version soll am 2. November neu auf DVD herauskommen. Die Disney-Fans sind darüber sehr verärgert. Leider haben die zahlreichen Fan-Proteste nichts gebracht. Damit wird wieder klar, dass bei Filmen immer mehr der finanzielle Aspekt und nicht die Kultur, im Vordergrund steht. Steffen Wunder.

Quelle: Treffpunkt Kino

Artikel der FAZ vom 5.4.06

05. April 2006 Walt Disney war ein scheuer Mann, er verabscheute es, in der Öffentlichkeit zu reden. Trotzdem waren seine Mitarbeiter und gelegentliche Zuhörer des Lobes voll über den Wohlklang seiner Sprache. Die Leute haben so unrecht nicht, er hatte wirklich eine sehr schöne Stimme, wie man an seinen Auftritten in den eigenen Fernsehshows überprüfen kann, die in den fünfziger Jahren das Image von Uncle Walt verfestigten. Doch seine Stimme ist auch konserviert im Fistelton der Mickymaus des Trickfilms, deren Synchronisation sich der Studiochef zeit seines Lebens selbst vorbehielt - und nirgendwo ist soviel vom wirklichen, dem schüchternen Disney erhalten geblieben wie in dem oft verlegenen, fast zögerlichen Sprechen oder Lachen Mickys.
Aber nicht nur für den richtigen Stimmklang seiner Lieblingsfigur sorgte Disney, er kümmerte sich auch persönlich um die Auswahl anderer Sprecher. Donald Duck betrat erst dann die Leinwand, als 1934 mit Clarence Nash ein Schnatterich gefunden war, der Disneys Vorstellungen von Ententönen entsprach. Gleiches galt für Pinto Colvig, der Goofy zum Sprechen, Pluto zum Bellen und Schweinchen Schlau zum Räsonieren verhalf. Und im letzten Film, der zu Disneys Lebzeiten entstand, dem Dschungelbuch (1967), begründete er die seitdem gepflegte Tradition, bekannte Schauspieler als Synchronstimmen für Trickhelden zu engagieren und dann wiederum den Figuren Züge zu verleihen, die an deren Sprecher erinnern. Der legendäre Zeichner Milt Kahl machte mit dem Tiger Shir Khan im Dschungelbuch den Anfang. In dessen Mimik konnte man leicht den Oscar-Preisträger George Sanders wiederfinden.
In späteren Jahrzehnten wurden die Sprecher immer prominenter. Jeremy Irons etwa sprach 1994 im König der Löwen das Raubtier Scar, und so sah dieser Thronräuber dann auch aus: knochig, mit dem ausgemergeltem Gesicht von Irons. Allerdings stellte diese Mimikry der Figuren die fremdsprachigen Fassungen der Disney-Filme vor immer größere Probleme. Ideal wären die jeweiligen Synchronsprecher der Stars gewesen, doch man wollte gern auch einheimische Größen als werbewirksame Stimmen verpflichten: Ilja Richter sprach im König der Löwen ein Erdmännchen, das im amerikanischen Original vom Komiker Nathan Lane die Stimme erhalten hatte. Und die Kinder liebten auch die deutschen Sprecher.
Deshalb erregen sich jetzt deutsche Disney-Liebhaber über den Plan, ältere Filme neu zu synchronisieren. Wer hätte früher nicht gerne der Hündin Susi aus Susi und Strolch zugehört, deren deutscher Text sich der Marilyn-Monroe-Synchronsprecherin Margot Leonard verdankte? Für die Neuausgabe des Films auf DVD wurde ebenso eine neue deutsche Tonspur eingespielt wie im Falle des nicht einmal zwanzig Jahre alten Trickfilms Arielle, wo nun nicht mehr Ute Lemper die deutschen Lieder der Meerjungfrau singt. Disney hat diese Änderungen abgesegnet. Aber was würde passieren, wenn man Hand an Walts Gepiepse legte?

Andreas Platthaus

 

 


 

 


 


Protest der Disney-Fans

„Da wird einfach ein Stück Zeitgeschichte weggewischt, ereifern sich derzeit eingeschworene Disney-Fans und rufen zum bundesweiten Boykott des Konzerns auf. Grund für die geharnischte Aktion ist in ihren Augen die überflüssige Neusynchronisation von Animationsfilm-Klassikern aus dem Haus von Mickey Mouse & Co. Anlass der Aktion ist die für Oktober 2006 geplante Special - DVD - Edition von „Arielle - Die Meerjungfrau, auf der als deutsche Tonspur nur die Neusynchronisation von 1997 zu hören sein soll, nicht jedoch die erste Synchronfassung von 1989. Diese aber gehöre „mit der einzigartigen Ute Lemper und vielen weiteren bezaubernden Stimmen zu den besten Synchronisationen Disneys überhaupt. Nach den Plänen des Konzerns soll in Zukunft anstelle der begnadeten Stimme der Chansonniere Lemper ein poppiger Sopran aus der Kehle der Meerjungfrau tönen. „Mit dem Hinweis auf ein völlig neues Filmerlebnis hat der Konzern schon mehrfach seine Zeichentrickfilme für den europäischen Markt neu synchronisieren lassen und die alten Fassungen unzugänglich archiviert, beschweren sich die Fans der Erstsynchronisationen und verweisen auf schlecht gemachte Neufassungen von „Schneewittchen, „Susi und Strolch oder „Pinocchio, denen hochkarätige Stimmen wie Paula Wessely, Horst Buchholz oder Georg Thomalla zum Opfer fielen. Damit nicht auch noch die „Arielle“-Tonspur von 1989 im Archiv verstaubt, werden nun im Internet Unterschriften gesammelt, mit denen man Buena Vista bewegen möchte, bei der DVD - Veröffentlichung die erste Synchronfassung doch noch zu berücksichtigen.

Quelle: Film - Dienst

 

 

 


 

 


 

 

Ungeliebte neue Stimmen

Bei der DVD-Produktion werden viele Filme neu synchronisiert, zum Leidwesen der Fans - Beim Film „ Arielle , die Meerjungfrau“ regt sich jetzt Protest

Arielle , die Meerjungfrau, hat eine andere Stimme bekommen - und die Walt-Disney-Anhänger sind verärgert, mal wieder. Seit dem Siegeszug der DVD müssen immer mehr ältere Filme durch die Maschinerie der Neusynchronisation. Die Filmhelden bekommen eine neue Stimme: Manche meinen sie wandeln dadurch auch ihr Wesen. Manchmal genügt ein Satz: „Ich schau dir in die Augen, Kleines ist so einer. Als Aufforderung abgewandelt und viel zitiert ist er der Inbegriff der unglücklichen Liebe zwischen Rick Blaine alias Humphrey Bogart und Ilsa Lund alias Ingrid Bergmann in „Casablanca. Doch weder den Drehbuchautoren Julius und Philip Epstein noch dem unvergesslichen Bogart selbst ist die legendäre Aussagekraft dieses Satzes zu verdanken. Im Original säuselt letzterer: „Heres looking at you, kid!, ein Satz, der nicht wörtlich zu übersetzen und dazu auch noch in seiner Existenz ungewiss ist. So soll im Drehbuch an seiner Stelle „Heres good luck for you (Alles Gute für Dich!) gestanden haben. Bogart habe aber unverständlich genuschelt. Und so wurde erst durch die freie Übersetzung für die deutsche Synchronisation 1975 aus dem Trinkspruch der Satz, der zum Mythos wurde.

Selten in der Filmgeschichte und doch sinnbildlich für die Bedeutung einer Filmsynchronisation. Durch die wird der „Verlust der Originalstimme ersetzt. Allein diese Tatsache spaltet die Filmfans in zwei Lager. In jene, die sich damit überhaupt nicht abfinden können und sich den Film nur im Originalton anschauen, und jene eben, die den Film in ihrer eigenen Sprache, also synchronisiert, sehen wollen.
Von letzteren wiederum hört ein schwer schätzbarer Teil sehr genau hin, wie die Gründer der Initiative „Fabius. Namensgeber ist der kleine schwimmende Freund der Arielle aus dem Disney-Film „ Arielle , die Meerjungfrau. Gleichzeitig ist Fabius die Kurzfassung aus „Freunde aller bestehenden inzwischen unzugänglichen Synchronisationen. Am Herzen liegen den Fans die ursprünglichen Vertonungen der Disney-Zeichentrickfilme für den deutschen Markt, die - nach und nach - durch neuere, ihrer Meinung nach zweit- und drittklassige Neusynchronisationen ersetzt werden und für immer verloren gehen. Jüngster Fall ist die 1990 verfilmte Adaption des Märchens „Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen. „1998 wurde der Klassiker neu überarbeitet, berichtet Mitinitiator Steffen Wunder. Viele Fans seien darüber empört gewesen: Die Texte wurden neu übersetzt und die Charaktere erhielten neue Stimmen, einzige Ausnahme: die Meerhexe Ursula, die die inzwischen verstorbenen Beate Hasenau spricht. „Die Auswahl der Sprecher und der Versuch, die Texte näher am Original zu übersetzen, sind absolut missglückt, sagt der 21-jährige Student und nennt ein Beispiel: In der ersten Fassung wurde der Satz: „Ive got whozits and whatzits galore. You want thingamabobs? wie folgt übersetzt: „Ich erstick im Klimbim, sieh nur her! Willst du staunen? In der neuen Übersetzung ist nun zu hören: „Ich hab Krimskrams und Krempel en gros. Willstn paar Dingsbumse? „Das klingt ungelenk und für einen Kinderzeichentrickfilm unpassend, so Wunder.
Dabei hat es die Produktionsfirma doch nur gut gemeint: „Ziel war es, mit neuen sympathischen Stimmen und einer etwas modernisierten Sprache dem Geschmack der jüngeren Disney-Fans entgegen zu kommen, erklärt Colin Kendrick, General Manager von Buena Vista Home Entertainment in Deutschland.

Aber die erwachsen gewordenen Arielle - Anhänger haben nun mal die erste Synchronfassung lieb gewonnen: „Die Stimmen der Sprecher haben perfekt zu den Charakteren der Figuren gepasst, spricht Wunder im Namen der Fans. Besonders trauert er der Stimme von Musical-Star Ute Lemper nach, die die Arielle sprach (Leider Falsch! Dorette Hugo übernahm die Sprache) und ihr ihre Gesangsstimme lieh. Da überzeugt auch ein so prominenter Name wie Jan Josef Liefers (als Prinz Eric) als neuer Sprecher nicht. Im Gegenteil: Die dienen doch nur der Vermarktung, kontert Wunder.

Als bekannt wurde, dass die ab November dieses Jahres im Handel erhältliche DVD-Special-Edition des Films nur die neue Synchron-Version enthält, war der Frust groß. Sechs Fans, die sich in einem Fan-Internet-Forum kennen gelernt haben, richteten eine Homepage unter www.fabius.de.md ein, die wiederum auch auf Online-Petitionen verlinkt. „Erklärtes Ziel ist es, dass die ursprüngliche Vertonung, die nur auf Video herauskam, auf DVD erscheint, sagt Wunder und argumentiert: „Technisch ist das überhaupt kein Problem, diese als zusätzliches Feature anzubieten. Auf mehrmalige Nachfragen erklärt Buena Vista-Manager Kendrick stoisch, dass „für die jeweils aktuelle Vermarktungsstufe ausschließlich die aktuelle Synchronfassung verwendet wird. Im Klartext: Kein zusätzliches Angebot auf der überarbeiteten DVD. In den Internetforen munkeln die Fans über ganz andere Gründe. Es kursieren Gerüchte, die Produktionsfirma habe die Rechte an der ersten Synchronisation verloren. Buena Vista Deutschland nahm dazu nicht Stellung. Dennoch, Kendrick bedauert das Missfallen einiger Fans und sucht nach Erklärungen: „Synchronisation ist ein äußerst kreativer Arbeitsprozess, dabei ist es nicht immer einfach, dem subjektiven Geschmack jedes Fans entgegenzukommen.

„ Arielle , die Meerjungfrau ist kein Einzelfall, immer wieder reagieren Filmfans sensibel auf Neusynchronisationen älterer Filme. Notwendig werden diese meist, wenn die Tonspur nicht mehr den aktuellen Standards entspricht und eine DVD geplant ist. Auch der Filmklassiker „Schneewittchen sei davon betroffen, „dreimal wurde dieser neu synchronisiert und jedes Mal hat die Qualität gelitten, so Wunder. Er meint, Walt Disney würde sich im Grabe umdrehen, schließlich habe er doch zu Lebzeiten mit Argusaugen die englische und auch die ausländischen Synchronisationen überwacht. So soll der kleinste Zwerg Seppl nur deshalb im Film stumm geblieben sein, weil sich keine passende Stimme gefunden habe. „Und betrachtet man die Fotos der ersten Synchronsprecher im Original, könnte man meinen, sie dienten als Vorlage für die gezeichneten Figuren, schwärmt Wunder, wohlwissend, dass solch eine konsequente Liebe zum Detail heute eher selten ist.

Quelle: DIE RHEINPFALZ vom 15.08.2006 von Doreen Reber